Seiten

Samstag, 26. September 2015

Cornelia Funke: "Tintenherz" - Eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Buch


"'Wenn du ein Buch auf eine Reise mitnimmst', hatte Mo gesagt, [...] 'dann geschieht etwas Seltsames: Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst darin gelesen hast. ...'" (S. 24)

Titel: Tintenherz
Autor: Cornelia Funke
Genre: Belletristik, Fantasy
Jahr: 2003
Land: Deutschland
Seiten: 566
Bewertung: 
Link: hier


Als ein Fremder mitten in der Nacht auftaucht, gerät Meggies Leben aus den Fugen. Ihr Vater flieht bereits am nächsten Morgen mit ihr und dem Fremden namens Staubfinger in den Süden zu einer, Meggie ebenfalls unbekannten Großtante, deren Haus nahezu aus Büchern besteht. Als ihr Vater jedoch mitten in einer weiteren Nacht von mehreren Männern entführt wird, beginnt für Meggie, ihren Vater und Elinor, die Tante, ein Abenteuer, das alles verändert.

Ich habe dieses Buch sehr oft gelesen und für mich bedeutet es mehr, als einfach ein weiteres Kinderbuch, oder einfach eine weitere Fantasygeschichte. Diese Geschichte ist wie eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Buch, wie ein Buch der Bücher.
Meggie wächst zwischen Büchern auf und tut nichts lieber, als darin zu lesen. Mo, ihr Vater ist "Bücherarzt". Jedenfalls bezeichnet Meggie so die Tätigkeit Mos, nämlich das Restaurieren alter Bücher. Elinor verbringt mehr Zeit mit Büchern, als mit Menschen und Staubfinger würde es gar nicht geben, wenn ein Autor namens Fenoglio niemals ein Buch namens Tintenherz geschrieben hätte.
Das Buch sollte man einmal gelesen haben, denn es ist sehr gut geschrieben und auch sehr Unterhaltsam. Falls man schon Erwachsen ist, das macht gar nichts, ich bin es auch (zumindest körperlich ;)), man kann das Buch immer lesen. Es eignet sich auch super, wenn man seinen ca 12-Jährigen Kindern gerne vorlesen möchte. Allzu jung sollten sie vielleicht nicht mehr sein, die offizielle Altersbegrenzung kenne ich aber nicht, hab mich daher am Alter der Hauptperson orientiert. Wenn die nach den Geschehnissen kein Trauma hat, habe Ihre Kinder es auch nicht.

Bücher und ich: Unter Umständen ist das aus dem Post schon hervorgegangen - Ich liebe Bücher.
Ich lese gerne und ich würde gerne selber schreiben, aber am meisten wünsche ich mir, den Beruf von Mo ausführen zu könne (und natürlich hätte ich gerne seine anderen Fähigkeiten ;P). Ich habe mir das Bücher-binden vor einigen Jahren selber beigebracht und auch das Buch auf dem Bild ist eins meiner Werke. Auch mit dem Restaurieren experimentiere ich ein wenig und in beidem werde ich immer besser.
Auch ich bin, wie Meggie zwischen Büchern groß geworden und in jedem Raum unseres Hauses sind sie anwesend. Wenn ich einkaufen fahre, um eine neue Hose zu kaufen, komme ich mit einem Buch zurück und das Erste, was ich tue, wenn ich ein neues Buch aufschlage, ist, daran zu riechen. Auch das Zitat habe ich gewählt, weil es der Wahrheit entspricht, denn auch meine Bücher beherbergen viele Reisen, die ich mit ihnen unternommen habe, und die Orte, an denen ich sie gelesen habe: Heimlich unter dem Tisch, in der Schule, auf dem Fahrrad während der Fahrt, weil ich nicht warten konnte, bis ich zuhause bin. Sogar in der Bahn habe ich gelesen, obwohl mir davon schlecht wird, aber in manchen Dingen ist man eben unbelehrbar...

Viel Spaß beim Lesen^^

Marc-Uwe Kling: "Die Känguru-Chroniken"

Selbst gemacht aber Känguru aus dem Internet. Die Seite kann ich nicht mehr öffnen, aber man findet es, wenn man "Känguru" googelt.

" 'Also streng genommen ist das nicht mein Känguru', sage ich [...]'Es gehört sich quasi selber. Es ist da sehr heikel, wenn es um Besitzverhältnisse geht. Nicht nur bei Produktionsmitteln.'" (S. 60)

Titel: Die Känguru-Chroniken
Autor: Marc-Uwe Kling
Genre: Belletristik, Satire
Jahr: 2009
Land: Deutschland
Seiten: 264
Bewertung: 
Link: hier


Nachdem ein kommunistisches und besserwisserisches Känguru bei ihm einzieht, beginnt Marc-Uwe Kling, Schriftsteller und Dichter, seine Erlebnisse mit dem Beuteltier aufzuschreiben. Zusammen geraten die beiden in komische Situationen, Von Nazidemos bis zu intelligenten Verkaufsstrategien ist alles vertreten.

Das Buch ist in einzelne, kurze Geschichten aufgeteilt, die einen politischen, oder gesellschaftlichen Hintergrund haben. Viele alltägliche Dinge werden hier auf lustige Art in Frage gestellt und aufs Korn genommen. Dabei schreckt der Autor vor nichts zurück, nicht einmal vor stilistischen Änderungen mitten im Satz. Um z.B. dem Känguru zu beweisen, dass er, als Autor machen kann, was er will, setzt er, auch mal ein Komma hin, wo er will. ;P
Mal fies und hinterlistig, mal besserwisserisch zeigt sich das Känguru, das, obwohl es sprechen kann, in der Geschichte von den anderen Charakteren als normaler Mitbürger empfunden wird. Daran muss man sich nichtmal gewöhnen, irgendwie kommt es einem normal vor, dass ein Känguru in einer Wohnung wohnt und Kommentare zu allem abgibt.
Ich finde das Buch sehr witzig und empfehlenswert. Es ist im Stil und in der Idee ungewöhnlich und einmalig und lässt sich gut lesen, selbst wenn man nur eine Minute Zeit hat. Die Geschichten sind nämlich kurz und größtenteils unabhängig voneinander. Daher, diesmal auch als Garantie:

Viel Spaß beim Lesen^^
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...